Warum zum Kinderchirurg?

Kinder sind kleine, manchmal sogar sehr kleine, Menschen. Wenn man ein Neugeborenes anschaut ist man jedes Mal fasziniert, alles genauso vorzufinden, wie bei sich selbst. Aber auch wenn der Körper eines Kindes die gleichen „Bauteile“ enthält, wie der eines Erwachsenen, handelt es sich bei Kindern nicht um kleine Erwachsene.
Gerade die Behandlung des kleinen und noch wachsenden Organismus erfordert spezielle Kenntnisse und der Umgang mit dem Kind und seinem anfangs noch sehr zarten und empfindlichen Körper spezielle Fertigkeiten.

Deshalb gibt es seit 1990 in Deutschland, wie in anderen Ländern, den Facharzt für Kinderchirurgie (in der ehemaligen DDR schon seit ca.1985)

Kinderchirurgen behandeln ihre kleinen Patienten nicht spezialisiert nach Organen sondern ganzheitlich „von Kopf bis Fuß“. Besonders wichtig sind Kenntnisse der Auswirkung von Wachstum und Entwicklung auf einzelne Organe und das Zusammenspiel der verschiedenen Organsysteme. Zum Beispiel ist es oftmals unnötig einen Knochenbruch beim Kind operativ zu behandeln, da der wachsende Knochen bestimmte Fehlstellungen von alleine innerhalb eines Jahres wieder ausgleicht.

Aber auch das Einfühlungsvermögen in die Psyche des Kindes ist ein bedeutender Teil der kinderchirurgischen Arbeit. Aus diesem Grund sind die Kinderchirurgen zu den Wegbereitern der ambulanten Operationen geworden, die gerade in einer Praxis in einer angenehmeren Atmosphäre, als in einer Klinik, bei gleicher Qualifikation und Ausstattung durchgeführt werden können. Noch vor 20 Jahren war es zum Beispiel wissenschaftlicher Standart, dass ein am Leistenbruch operiertes Kind eine Wochen im Krankenhaus zubringen musste, bei Besuchszeiten für die Eltern von zwei Mal einer Stunde pro Woche.  In einer Kinderchirurgischen Praxis werden heutzutage für den gleichen Eingriff drei Stunden Aufenthalt vorgesehen und die Eltern können Ihr Kind sogar bis in den Operationsraum begleiten.

Am häufigsten werden bei Kindern in einer Praxis Leisten- und Nabelbrüche, Vorhautverengungen und Hodenhochstände operiert sowie Knochenbrüche behandelt.

Es gibt heute etwa 80 niedergelassene Kinderchirurgen in Deutschland, die in ihren Praxen fast 20.000 Eingriffe pro Jahr ambulant vornehmen. Davon gibt es vier niedergelassene Kinderchirurgen in Schleswig-Holstein, einer davon sei 1996 in Meldorf mit über 300 Eingriffen in Vollnarkose pro Jahr. Diese sind im Berufsverband der Niedergelassenen Kinderchirurgen Deutschlands organisiert.
Weitere interessante Informationen zum Herunterladen und Hilfe bei der Suche nach einer Praxis in der Nähe finden Sie unter www.kinderchirurgie.com.